Neuendettelsau

im Wandel der Zeit

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Friedrich Bauer


Friedrich Bauer wurde am 14. Juni 1812 in Nürnberg als siebtes Kind des Schullehrers Johann Nikolaus Bauer und seiner Frau Juliane Regina Bauer, geb. Röß, geboren. 1823 trat er in das Nürnberger Gymnasium, heute das Melanchthon-Gymnasium, ein. Mit Beendigung der fünften Klasse im Jahr 1830 war auch die Gymnasialausbildung beendet. Durch das väterliche Erbe, konnte seine Mutter ihm ein Studium in Erlangen( WS 1830 - SS 1832 und WS 1833 - 1835) und in Halle (WS 1832/33 - SS 1832) ermöglichen. 1835 stellte er sich in Ansbach der Aufnahmeprüfung für den Dienst in der protestantischen Kirche in Bayern und schloss diese mit der Note " III gut, dem sehr gut nahe" ab. Unter 37 Kanditaten belegte er die Platzziffer sieben. Mit 22 Jahren stand er dem Dienst in der bayerischen Landeskirche bereit.

Um nicht eine damals übliche mehrjährige Wartezeit auf eine Pfarrstelle hinnehmen zu müssen, übernahm er 1835 am Korrektionshaus in Nürnberg die Stelle eines Predigers und Seelsorgers. Das Korrektionshaus war ein im ehem. Katharinenkloster untergebrachtes Armen-und Arbeitshaus.

1838 übernahm er an der Gewerbe- und Landwirtschaftsschule in Nürnberg-Lichtenhof als Religionslehrer wieder eine pädagogische Aufgabe. Ab dem Schuljahr 1845/46 erteilte er dann auch einen Teil des Deutschunterrichts, für den er eigenes Konzept entwickelte und auch veröffentlichte. Für seine später sehr erfolgreiche Neuhhochdeutsche Grammatik entstanden hierbei die ersten Vorarbeiten. An dem Erziehungsinstitut für arme und verwahrloste Knaben war er gleichzeitig fünf Jahre als ehrenamtlicher Lehrer tätig. Ebenso war er ein Jahr lang Seelsorger am Sebastiansspital, einer Einrichtung für mittellose Kranke und Alte.

Die Vorbereitung auf das Pfarramt, fasste Bauer verstärkt nach seiner Ordination am 16.April 1837 und nach dem erfolgreichen Ablegen der theologischen Anstellungsprüfung im jahr 1842 ins Auge. An St. Egidien wurde er 1841 Privatvikar des zweiten Pfarrers Hering und nach dessen Ausscheiden von November 1841 bis Anfang August 1842 Verweser dieser Pfarrstelle. Seine Lehrtätigkeit an der Gewerbe- und Landwirtschaftsschule hatte er aber weiterhin inne.

Als 1843 seine Mutter verstarb, verlor er damit auch seine Haushälterin.

Ab 1843? übernimmt er Arbeitsaufträge für das theologische Seminar in Columbus/Ohio, das seit 1842 als Anlaufstelle für Löhes "Nothelfer" war. Hierbei handelt es sich zunächst um Büchersendungen, dann übernimmt er die Sammlung, Auflistung und Absendung der Büchersendungen und erledigt die Formalien im amerikanischen Konsulat.

1846 übernimmt Bauer mit der Gründung der Nürnberger Missionsvorbereitungsanstalt diesen Aufgabenbereich von Löhe. Diese Anstalt wurde am 23. April 1846 in einem Haus am Nürnberger Obstmarkt eröffnet. 1849 beendete Bauer seine Lehrertätigkeit an der Landwirtschafts- und Gewerbeschule und stand danach hauptamtlich für Unterrichtstätigkeiten bereit.


1853 wurde die Missionsvorbereitungsanstalt von Nürnberg nach Neuendettelsau verlegt.