Neuendettelsau

im Wandel der Zeit

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Das Schloss

Das Castrum Neuendettelsau wurde im 12. Jahrhundert von den Reichsministerialen von Vestenberg als Wasserburg errichtet. Unter den Herren von Seckendorff entwickelte es sich seit dem 14. Jahrhundert zu einer Ganerbenburg, auf der gleichzeitig mehrere Adelsfamilien wohnten. Seit 1518 ist es im Besitz der Freiherrn von Eyb. Das heutige Schloss steht an der Stelle der Vorburg; das alte Castrum ist verschwunden.




Die Schloßherren



Die Vestenberger (13. Jh. - 1359)

Die Burg und das Dorf Neuendettelsau wurden vermutlich im Dienst und Auftrag der Stauferkönige durch die Reichsdienstmannen von Vestenberg um 1200 angelegt. Um 1216 scheint die Rohdungssiedlung fertiggestellt zu sein, da die Kirche des neuen Dorfes in diesem Jahr eingeweiht wurde. 1298 wurde der erste Burgherr urkundlich erwähnt. In diesem Jahr stellte Hermann ( der Ältere ) von Vestenberg in der Burg Dettelsau ( in castro Tetelsaue ) eine Urkunde über die Schenkung eines Hofes für seine Gattin Hedwig aus. Die Vestenberger Linie auf Dettelsau erlischt im Jahre 1359 mit dem Tod Gottfrieds.


Die Herren von Seckendorff (1308 - 1508)

Die Herren von Seckendorff wurden mit Heinrich von Seckendorff am 1. Mai 1254 bzw. am 16. Oktober 1259 mit den Brüdern Arnold, Burkhard und Ludwig von Seckendorff erstmals urkundlich erwähnt. Den Namen führt das Adelsgeschlecht nach dem Ort Seckendorf bei Cadolzburg.


Die Herren von Eyb (seit 1518)

Das fränkische Niederadelsgeschlecht wird 1165 erstmals urkundlich erwähnt. Es nennt sich vermutlich nach seinem ersten Burgsitz in Eyb, heute ein Stadtteil in Ansbach. Im Spätmittelalter war ihr Hauptsitz die Wasserburg in Sommersdorf im oberen Altmühltal (Gemeinde Burgoberbach), die 1550 an die Freiherrn von Crailsheim verkauft wurde. Zu diesem Zeitpunkt saßen die Herren von Eyb auf der Burg Vestenberg (bis 1715/Gemeinde Petersaurach) und Schloss Neuendettelsau (seit 1518). Weitere Linien sind seit 1571 in Schloss Rammersdorf (Stadt Leutershausen) und seit 1601 auf Schloss Dörzbach im Jagsttal ansässig. Das Jagdschlösschen Eyerlohe eines in Ansbach ansässigen Familienzweiges wurde 2004 in das Freilandmuseum Bad Windsheim übertragen und ist dort in alter Schönheit wiederentstanden.

Im Gegensatz zur heutigen Zeit, in der die Schloßherren auf Neuendettelsau nur Eigentümer des Schlosses und der Liegenschaften sind, waren sie in den früheren Jahrhunderten auch die "Dorfobrigkeit, d. h. ein Stück Staatsgewalt. Sie hatten das sogenannte Präsentationsrecht (seit dem 16 Jh.) inne, durch das sie den Pfarrer (bis 1955) und den Lehrer (bis 1918) ernannten.

Weiterhin waren sie als "Lokalpolizeibehörde" für die Sicherheit und Ordnung (bis 1848) im Ort zuständig, setzten wie zum Beispiel im Jahr 1670 die Dorfordnung fest oder erließen wie in den Jahren 1764 und 1839 die Feuerordnung.

Die Dorfherrschaft übte bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit im Jahre 1848 auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Der Schloßherr bzw sein Richter saßen über alle Straftaten der Untertanen zu Gericht, die nicht der sogenannten "hochfraischlichen hohen Obrigkeit" (Hoch- und Blutgericht) des Markgrafen bzw dem späteren königlichen Landgericht zustanden. Diesen waren die todeswürdigen Verbrechen Mord, Notzucht (Vergewaltigung), Diebstahl und Straßenraub vorbehalten.

Stammtafel Freiherren von Eyb